| HISTORISCHER
ÜBERBLICK |
 |
Am 18.11.1818 wurde in Bonn die erste evangelische
Volksschule gegründet: die Karlschule - eine Schule, die von der
Kaiser- und Napoleonzeit geprägt war.
Nach den Ausführungsbestimmungen des Innenministers im
Großherzogtum Berg von 1812 zu dem im
napoleonischen Schulgesetz von 11. Floréal (= 1. Mai 1802)
enthaltenen Satz: "In der Regel muss jeder Konfession
eine eigene Primärschule gegeben werden", konnte am
18.11.1818 laut öffentlicher Bekanntmachung der
Schulkommission eine evangelische Elementarklasse, zuerst für
die Jungen der etwa 400 Köpfe zählenden evangelischen Gemeinde
in Bonn eingerichtet werden. Diese Gemeinde war durch die
ursprünglich unter Napoleon hierhin gekommene bergische
Baumwollindustrie mit ihren Fabrikanten und Arbeitern
entstanden. |
 |
1825
wurde durch allerhöchste königlich-preußische
Kabinettsorder der Schulzwang im Rheinland eingeführt. |
 |
Für
1828 ist das Jahresgehalt eines Lehrers mit seinen 28
Wochenstunden, an welchen sich ja bis heute nichts geändert
hat, bekannt: aus der Stadtkasse 131 Taler, 7 Silbergroschen
und 6 Pfennige, an Schulgeld von 60 Kindern bei monatlich 5
Silbergroschen 10 Taler, eine geräumige Wohnung mit Hof
und Garten, angeschlagen zu 50 Talern, Organistengehalt von
der Kirche 26 Taler, 7 Silbergroschen, 6 Pfennige und von der
Universität 10 Taler, außerdem 20 Malter Brand und
ein Klafter Holz zum Heizen des Schulzimmers in Wert von 12
Talern. Berücksichtigt man die Kaufkraft damaliger zufrieden
stellender Erntejahre und den durchschnittlichen Lebensstandard
der Bevölkerung, so gehörte der Lehrer mit diesem
Jahreseinkommen im Gegensatz zu den Landschullehrern früherer
Zeit nun zum mittleren, wenn auch kapitalarmen Bürgerstand. |
 |
1844
wurde als 4. Klasse eine Armen- oder Freischule eingerichtet,
für Kinder, deren Eltern nicht in der Lage waren das Schulgeld
zu bezahlen. |
 |
Am
16.09.1909 zog diese Volksschule in das hiesige Gebäude
in der Dorotheenstraße 126 ein. Die "Karlschule"
teilte sich auf in eine evangelische und eine katholische
Volksschule, getrennt nach Jungen und Mädchen, d. h.
die Karlschule bestand aus vier getrennten Systemen.

|
 |
1916
fertigten die Schülerinnen Kopfschützer, Leibbinden,
Kniewärmer, Strümpfe und Wolljacken für die Soldaten
im 1. Weltkrieg. Die Jungen sammelten Metalle, Lumpen, Flaschen,
Papier, Gummi und Lederabfälle, im Wald Bucheckern, Eicheln
und Kastanien, die größeren halfen bei der Ernte
und mieteten Kartoffeln ein. Die Schüler erreichten eine
Höchstzahl von 998 Schulkindern. |
 |
1919
beschlagnahmten die Engländer, später die Franzosen
u. a. die Karlschule. Von den Franzosen wurde sie auch eine
Weile als Hotel benutzt. |
 |
1935
besuchten 750 Kinder die evangelische Karlschule, unter zunehmenden
Zwangseinfluss der Hitlerjugend. |
 |
Ab 1949 arbeitete die Karlschule unter unhaltbaren
Zuständen mit 2000 Kindern aus evangelischen und
katholischen Systemen. Drangvolle Enge, mit Pappe und Sperrholz
notdürftig reparierte Fenster, ausgebrochene Treppenstufen und
fehlender Fußbodenbelag in allen Klassenzimmern, sowie Schmutz
an den Wänden und Decken taten ihr übriges. Die
Ausbesserungsarbeiten kamen nur schleppend in Gang. |
 |
1968
wurden alle Volksschulen in NRW aufgelöst. Es entstehen
selbstständige Grundschulen und Hauptschulen. |
 |
Die
Hauptschule behält den Namen "Karlschule". |
 |
1973
wird die evangelische Grundschule wird in eine
Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt und erhält den Namen
"Kopernikusschule". |
 |
Im Mai 1995, erhält unsere Schule den Namen "Karlschule"
zurück, nachdem die Hauptschule mit der Nordschule zusammen zur
Hauptschule "Am Römerkastell" wurde. |
 |
2009
wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten innerhalb und außerhalb
des Gebäudes zur Freude unserer Schule fertig gestellt. |
 |
2018
wird somit eine der ältesten Volks- und Grundschulen Deutschlands
mit dem anstehenden Jubiläum 200 Jahre alt. |
| |
mit freundlicher Unterstützung durch Helmut Tillmann
|